Kapitel II · Whispers of Autumn

WOODLAND TRAIL

Der Weg entsteht

Sechs Woodland-Trail-Armbänder auf einer hellen Leinenrolle vor goldenem Herbstwald

In den nächsten Tagen zog es Morla immer wieder hinaus in den Wald. Das Blatt, das sie bei ihrem ersten Spaziergang gefunden hatte, lag inzwischen auf dem kleinen Tisch in der Hütte. Seine Ränder hatten begonnen, sich ein wenig einzurollen, doch seine Farben waren noch immer dieselben.

An diesem Morgen nahm Morla einen anderen Weg. Zumindest glaubte sie das. Schon nach einer Weile wurde der schmale Pfad unter ihren Füßen undeutlicher. Das Laub lag dichter zwischen den Bäumen, Wurzeln durchzogen den Boden, und irgendwann konnte Morla nicht mehr sagen, ob sie noch einem Weg folgte oder einfach nur einer Richtung. Sie blieb stehen und sah sich um.

Zwischen zwei Bäumen bewegte sich etwas. Ein Reh stand nur wenige Meter entfernt und blickte zu ihr herüber. Für einen Moment sahen sie einander einfach an, dann wandte sich das Tier ab und verschwand lautlos zwischen den Stämmen. Dort, wo es verschwunden war, entdeckte Morla im feuchten Boden seine Spuren. Sie folgte ihnen zwischen Farnen hindurch und an einem umgestürzten Baum vorbei, bis die Abdrücke schließlich im Laub verschwanden.

Über ihr knackte ein Ast. Morla hob den Kopf. Auf einem niedrigen Zweig saß ein schwarzer Rabe. Sein Gefieder glänzte dort, wo das Licht zwischen den Blättern hindurchfiel, und seine dunklen Augen waren aufmerksam auf Morla gerichtet.

„Na, weißt du vielleicht, wo es weitergeht?“, fragte sie. Der Rabe legte den Kopf schief, breitete die Flügel aus und flog einige Bäume weiter, wo er sich erneut niederließ.

Morla musste lachen. „Also gut.“ Sie folgte ihm.

Immer wieder flog der Rabe ein Stück voraus und wartete, bis Morla näher gekommen war. Unterwegs kreuzten weitere Tiere ihren Weg, und allmählich begann sie etwas zu erkennen, das ihr vorher entgangen war. Der Wald war voller Spuren. Sie führten zwischen Farnen hindurch, um alte Bäume herum und über Stellen, die auf den ersten Blick völlig unwegsam erschienen. Doch je länger Morla ihnen folgte, desto vertrauter wurde ihr die Umgebung. Irgendwann wusste sie, wo hinter einer Biegung der umgestürzte Stamm auftauchen würde und an welcher alten Buche sie vorbeikommen musste.

Aus einzelnen Spuren war ein Weg geworden. Kein gerader, sorgfältig angelegter Pfad, sondern eine schmale Linie durch den Wald, die manchmal beinahe unter dem Laub verschwand und wenige Schritte später wieder sichtbar wurde.

Und von diesem Weg gingen andere ab. Einer führte hinunter zu dem Wasser, das Morla schon an ihrem ersten Tag gehört hatte. Ein anderer verschwand zwischen dicht stehenden Bäumen, und etwas weiter entfernt lag ein schmaler Abzweig, über dem die Äste so eng ineinandergriffen, dass selbst am hellen Tag kaum Licht auf den Boden fiel. Morla sah einen Moment dorthin. Dann ging sie weiter. Als sie sich später nach dem Raben umsah, war er verschwunden.

Ein Pfad zwischen moosbewachsenen Wurzeln und Herbstlaub mit Blick auf einen nebligen Wald und Wasser

Am Abend saß Morla am Tisch ihrer kleinen Hütte und versuchte auf einem Stück Papier den Weg nachzuzeichnen, den sie gegangen war. Eine gerade Linie hätte nicht funktioniert. Also ließ sie den Stift so über das Papier wandern, wie der Weg durch den Wald verlief – in Bögen und kleinen Windungen, vorbei an den Stellen, die ihr inzwischen vertraut geworden waren.

Dann legte sie die Zeichnung neben ihre Garne. Während ihre Hände zu arbeiten begannen, dachte Morla an die Spuren im feuchten Boden, an die Tiere zwischen den Bäumen und an den schwarzen Raben, der immer nur ein kleines Stück vorausgeflogen war. Vielleicht musste ein Weg nicht schon da sein, bevor man ihn ging. Vielleicht entstand er erst dadurch, dass man ihm folgte.

Und während die Linie Knoten für Knoten zwischen ihren Fingern Gestalt annahm, entstand der Weg ein zweites Mal.

WOODLAND TRAIL.

Zum Armband ist auch ein passender Ring entstanden, der ebenfalls erhältlich ist.

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